Der Begriff „Vorzeigeunternehmen“ trifft auf die Bahn so oder so nicht zu, aber was nun ans Licht gekommen ist, überspannt den Bogen bei weitem. Ich weiß nicht ob bei diesem Unternehmen Datenschutz nur im Fremdwörterbuch vorkommt, wenn ja, sollte man sich vielleicht über die Anschaffung weniger mittelalterlicher Lektüre Gedanken machen. Der Maßendatenabgleich ist ein Skandal erster Güte. Und wenn Bahnchef Hartmut Mehdorn behauptet, er hätte davon nichts gewusst, so ist das, gelinde gesagt, eher unglaubwürdig. Und selbst wenn, so ist ein Firmenchef schlicht und einfach verantwortlich für die Vorgänge in seinem Unternehmen und es ist, man entschuldige die Ausdrucksweise, seine verdammte Pflicht dafür zu Sorgen, dass so etwas nicht vorkommt.
Herr Mehdorn war schon vor dem Bekanntwerden dieser Vorfälle nicht unbedingt ein Glücksfall für die Bahn, aber nun sollte (endlich) ein Schlussstrich gezogen werden. Dass solange an diesem Herren festgehalten wurde, ist mir unverständlich. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es dem für diesen Bereich zuständigen Bundesminister, Herrn Tiefensee, gar nicht so ungelegen kam, dass so ein Mann die Bahn führt, schließlich steht so die eigene auch eher begrenzte Sachkompetenz nicht direkt im Fokus der Öffentlichkeit.
Ich hoffe, Hartmut Mehdorn ist an der Bahnspitze bald Geschichte, das Problem Wolfgang Tiefensee dürfte sich mit der Bundestagswahl wohl von allein erledigen.

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