Sachsen ist SPITZE – in Deutschland. Meiner Meinung nach ein Strohfeuer. Die Daten sind, das muss man sich vor Augen halten, von 2006. Zu diesem Zeitpunkt hat noch keine einzige der katastrophalen Reformen, die unter der Leitung des damaligen Kultusministers Flath ihre Wirkung entfaltet und bis heute sind noch nicht alle Folgen wirklich eingetreten. Gerade die verhältnismäßig gut funktionierenden Gymnasien wurden regelrecht demontiert. Unter der quasi Abschaffung des Kurssystems leidet geraderst der zweite Jahrgang. Anstatt Schüler so gut wie möglich individuell ihren Stärken entsprechend zu fördern, setzt die Landesregierung auf rücksichtslose Gleichmacherei. Die Folge wird sein, dass die Abiturnoten, die im Schnitt aufgrund des zu recht vergleichsweise strengen Systems nicht die Allerbesten sind, in Zukunft noch schlechter werden. Gerade die eher geisteswissenschaftlich und künstlerisch veranlagten Schüler werden in hohem Maße benachteiligt. Mag sein, dass wir mehr junge Menschen brauchen, die sich für eine Ausbildung oder ein Studium im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich entscheiden. Aber erreicht man dies indem man Schüler zwingt, naturwissenschaftliche Fächer zu belegen, die ihnen unter Umständen absolut nicht liegen und durch schlechte Noten nur den Abiturschnitt kaputt machen? Was ist mit Schülern, die hochgradig geisteswissenschaftlich begabt sind, aber aufgrund eines naturwissenschaftlich bedingt zu schlechten Abiturs den Numerus clausus ihres Wunschstudienganges nicht erreichen? Die großen Namen aus dem Land der Dichter und Denker werden in Zukunft nicht aus Sachsen kommen – man lässt ihnen keine Chance.
Über eine Sache jubele ich allerdings dann doch. Mir zeigt das Testergebnis, dass die Grundschule bis zur 4. Klasse und die damit verbundene Möglichkeit der frühzeitigen individuellen Förderung an der jeweiligen Schulform der richtige Weg ist. Ich sage dies schon seit ich politisch aktiv bin öffentlich und gerne laut, aber im allgemeinen Mainstream des längeren gemeinsamen Lernens geht dies sehr gern unter. Moderne Bildungspolitik ist zu einseitig. Sie stellt nur die Frage, wie können wir die Leistungsschwächeren fördern? Niemand stellt die Frage, wie man dies erreichen kann, ohne dabei die ohnehin schon Stärkeren zu vernachlässigen bzw. einzugrenzen.
Zum Schluss sollte man sich noch eine Frage stellen: wie stehen Sachsen und die restlichen 15 Bundesländer im internationalen Vergleich dar? Denn es ist in der globalisierten Welt gar nicht so wichtig, welches Bundesland in Deutschland spitze ist, solange wir international nicht ganz oben „mitbilden“.
